Kann man heute wieder Mönch werden,
        man kann es, wenn man dazu bereit und berufen ist, auch im ökumenischen Sinn?

 
Es sieht aus, als hätte einer global vernetzten Welt, in welcher jeder etwas Besonderes ist und alle gleich sind,eine so entlegene Institution wie das Kloster oder wie heute diese benediktinische Oase St. Patrick unten dem Dach der Suchenden jede Daseinsberechtigung und Möglichkeit verloren, eben weil alle schon als Nomaden herumlaufen und anderseits die Mönche kaum kennen. Niemand ist den neuen Dogmen von Political correchtness und Marktgesetzen, dem Standard von Wellfare und Wellness enthoben, und alle sind Singles,versuchen  in ihrer fröhlichen ICHWÜSTE anschlussfähig zu bleiben. Da kann das ausgehöhlte, unterhöhlte Mönchtum kaum mehr bedeuten als eine der vielen Merkwürdigkeiten in der bunten Allerleigesellschaft. Es stirbt an seiner surrealen Unwirklichkeit. So scheint es zumindest in Europa und der restlichen westlichen Weltzu sein. Wie aber, wenn man die Perspektive einmal umkehrte und danach fragte, ob und wie eine Lebensform, die seit 1800 Jahren viele Wandlungen erlebt hat, womöglich doch etwas Neues " oder wieder zu Entdeckendes " zu sagen und darzustellen hätte? Denn es ist eine der wenigen Lebensformen, in denen die sonst anonym bleibende religiöse Dimension des Menschen noch sichtbar und öffentlich greifbar zum Beruf wird, der zugleich die private Sphäre umschließt und beansprucht; eine denkwürdige Weise, etwas vom absoluten Atem des Religiösen anschaulich zu machen. Religion geht beim Ordenschristen in die spontane Selbstgegenwart und Definition ein " etw wie früher auch das eheliche WIR - BAND, und war der Andere noch so fern. " Ohne Zweifel eine gewagte Sache, das Unbegreifliche und Ungreifbare, das uns heute so Ferne und Anonyme Gottes zu Horizont und Anker, Raum und Gebot eines Lebens zu machen. Angesichts der üblichen Teilung der Daseinssphären scheint hier eine Monokultur zu herrschen, in der Beruf und Freiheit, familiäres und privates Leben sich im selben Raum abspielen und Gott gastfreundliche Offenheit und Gehör gewährt wird.Der gesamte Lebensfaden hängt an etwas so Unsolidem wie dem Gottesbezug. Eine ziemlich abenteuerliche Art der Lebensplanung, zumal diese jede allgemeine Akzeptanz und Selbstverständlichkeit verloren hat.Vielleicht hat sie aber gerade darin etwas vom Salz des Ursprungs zurückgewonnen. Welches sind nun die Koordinaten eines solchen Lebensentwurfs, und was können sie für anderen Menschen besagen? Da ist einmal die EINSAMKEIT. Der monchus erfährt bewusst, wie sehr jeder Mensch einsam ist und bleibt, eben weil er einmalig ist. Einsamkeit ist hier also bei jeden melodramatisch depressiven Tons, obwohl auch solche Anfechtung durchgestanden werden muss. Vielmehr kann man  in ihm zugesprochenes STICH - und LOSUNGSWORT, an dem freilich sein ganzes Leben  lang herum buchstabiert, um es zu entziffern und zu verstehen. Der Mönch versucht, den Menschen als Widerhall  und ANTWORT des Wortes Gottes zu begreifen, sich als vom Schöpfer her wahrgenommen und begabt zu sehen. Er lebt eine nicht verdrängte oder betäubte, sonder fruchtbare Einsamkeit. Je tiefer man in den Brunnenschacht der Einsamkeit taucht, desto mehr schöpft man aus dem gemeinsamen Grundwasser, entdeckt man jene Tiefenschicht, in welcher die Menschen einander verwandt und zugetan sind. Wo wir weinen und lachen, noch Kind und schon alt sind und um die Grundrhythmen und Gesetze des Lebens wissen, da verstehen wir einander. Wir stehen gemeinsam vor Gott wissen, wie sehr ein jeder Begabt und zugleich vom Geschick gezeichnet ist. Die Ordenschristen versuchen deshalb, gemeinsam vor Gott alle einig zu sein. Jedes Gesicht hat etwas Leuchtendes. Großes, Geheimnisvolles und ist zugleich von Scheitern, Endlichkeit und Minderung geprägt. Niemand ist immer SUPER und SPITZE; es gibt kein Leben, dem nicht die Niederlage als Wasserzeichen eingeprägt wäre. Alles ist relativ; diese Feststellung wird oft in dumpfe Indifferenz führen, kann aber auch ermutigen, diese anders zu betonen. Alles ist bezogen auf etwas Größeres, ist eröffnende IN - DIFFERENZ für jede Art Differenz und Verschiedenheit. Denn in Gott hat auch das, was sich für uns ausschließt Platz. Mönchtum versucht, dieser Einsicht im Lebensalltag Raum zu geben. Es ist wohl doch kein Zufall, dass in unseren römischen Ordenshäusern während der Weltkriege Christen und Verfolgte aus allen Nationen miteinander ausgehalten haben. Und auch heute teilen hier hautnah Menschen aus allen Völker ihren beruflichen und häuslichen Alltag miteinander. Fast ist man versucht zu sagen. Die Grünen fordern die multikulturelle Gesellschaft, die Ordenschristen der uralten und scheinbar überalterten Kirche leben sie. Raum und Rahmen eines solches Lebensstils bilden Gebet und Liturgie. Im Dank, Lob, Klage, Bitte bedenken die Betenden das menschliches Geschick vor Gott, um nicht Ressentimente und Stimmungsschwankungen restlos anheim zufallen. Das Mönchtum pflegt das Gotteslob. Von Pindar über Augustinus, wie Hölerlin bis Rilke gab es in unserer Kultur die Kunst der Preisung des Aseins; sie war der Golfstrom und Himmel, an dem die den Stürmen und Flauten ausgesetzte Existenz sich orientieren, Maßstäbe für ihr Werken und Handeln gewinnen konnte. Sollte dieser Raum der Rühmung ganz zusammengeschrumpft sein auf kritische Analyse und Selbstbehauptung? Im benediktinischen Mönchtum wird das Chorgebet zu meist gesungen. Denn der Gesang erinnert, wie Augustinus sagt, inmitten unserer nächtlichen Wanderung an den Morgen, und singend wird die Seele zur Hoffnung gestimmt.Noch ein letzter Punkt sei bérährt. Es geht beim Mönchtum nicht um Doktrin und direkte Verkündigung.Es ist vielmehr eine gastfreie und freundliche Lebensform, auch für mich als ein katholischen und ökumenischen Christen. Der Ordenschrist, wie auch ich als ein Kleiner Bruder des Benedikts, weiß sich selbst als aufgenommener Gast Gottes und in der Gemeinschaft ist deshalb, wie die Regel Benedikts einschärft,selber gastfrei. Alle sollen wie Christus aufgenommen werden. Gastfreundliche Fremdheit und Zugewandheit,die die Welt auch in sich selbst Gott auch in seiner Ferne leiden mag, das scheint mir für eine Christenheit, die sich seit langem zum ersten Mal als Minderheit erfährt, eine gute Formel und weise der Prinz zu sein. Nicht Sekte, sondern eine offene, qualifizierte Minderheit, das wäre das mönchische Programm, das man der westeuropölischen Kirche für die nächsten Jahrzehnte nahelegen möchte. In welchen Formen sich dabei Religion als Beruf darstellen wird,ob unsere Großklöster, wie auch die verschiedenen Konvente in Europa bestand haben,wissen wir nicht. Dennoch ist zu erwarten, das ein so verstandenes Mönchtum ein gelebter Archetryp von Religion und eine unverzichtbare fromm christlicher Lebensführung bleibt. So ist auch diese kleine benediktinische und ökumenische Oase St. Patrick unter dem Dach der Suchenden, des Kleinen Bruders des Benedikts, der versucht einen neuen und intensiven Weg des Mönchtum unserer Tage zu finden. Es ist schon vorhanden. Als eine tragende benediktinische Fraternität, was aus der katholischen Tradition lebt,so aber auch eine deutlich Klarheit und Offenheit hat im ökumenischen Sinn. In einer geschwesterlichkeit und eine brüderlichkeit unter den Menschen aus den vielen Nationalitäten. So bin ich der Kleine Bruder Ottmar des Benedikts selbst ein aufgenommener Gast Gottes in der benediktinischen Gemeinschaft meiner Ordensfamilie,dieses aber auch als ein gelebt ökumenischer Christ unserer Tage. Der weiterhin zu seiner katholischen Tradition wie Herkunft und seiner klaren und deutlichen benediktinischen Lebensform als Kleiner Bruder steht, bis dann der Tag kommt wo ich dann abgerufen werde von diesem Planeten unserer Muttererde.