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Zölibat muß das Sein?
Wege des Zölibats, Umwege zur Liebe?
Der verwahrloste Weinberg Ein Herr besaß einen Weinberg. Eines Tages bestelle er die Verwalter, dass sie die Sorge für den Weinberg übernehmen, und der Herr riet ihnen: " Sehet zu, dass es euch nicht an Arbeitern mangelt." Als der Herr nach langer Zeit wiederkam, fand er seinen Weinberg verwahrlost. Unordnung herrschte allüberall. Der Herr wurde von Kummer und Zorn erfasst. Er rief die Verwalter zu sich. " Habe ich euch nicht einen wohlgeordneten Weinberg überlassen, reiche Frucht trug er nur. Was aber habt ihr aus ihm jetzt gemacht. Mein Besitz habt ihr nich vergrößert, und das Bestehende gebt ihr der Verordnung preis." Da entschuldigten sich die Verwalter: " Herr sei nicht mit uns böse. Es ist nicht unserer Versagen. Wir finden nur noch wenig Arbeiter, die bereit sind, in deinem Garten zu arbeiten. Die wenigen aber, die kommen, laufen uns oft noch davon, sie suchen sich eine Frau, gründen eine Familie und bekommen auch Kinder. Aber wie kann einer, der sich um solche Dinge sorgt, noch all seine Kräfte deinem Weinberg dann widmen." Der Herr fragt weiter. " Und sie nicht bereit weiter in meinem Dienst zu stehen. Die Verwalter antworten: " Wenn sie es auch würden, wir müssen sie leider wegschicken, damit sie die wenigen, die noch ganz der Arbeit gehören, wollen und nicht nach einer Frau schauen wie auch nicht verderben." Da rief der Herr zornig: " Oh, ihr Toren, ihr verblendeten! Ich bin es, der die Menschen zur Arbeit in meinem Weinberg beruft, dass sie ihn bebauen und reichte ernte einbringen. Ihr aber hindert sie, die ich schicke, schreckt ihr fort und jagt sie davon, die mir schon dienen. Fürchtet den Tag, an dem ich wiederkomme. Sollte mein Garten noch immer verwüstet sein, werde ich nicht zögern, ihn von euch zu nehmen und euch aus meinem Dienst zu entlassen." Warum bleibt dann der Zölibat doch immer vorhanden. Jede rationale Argumentation, jeder Menschenverstand, jedes Gefühl spricht doch dagegen. Ich kann es mir nur so erklären versuchen. Womöglich sind einige, die in Rom eine Änderung bewerkten könnten, bereits liebesunfähig, oder sie glauben dieses zu sein, weil sie älter geworden sind. Aber Liebe im Alter ist fast noch schöner, als in den jungen Jahren, sie ist reifer, zärtlicher und näher. Vielleicht haben sie die über die Erhaltung des Zölibats bestimmen, einen furchtbaren Neid in sich, dass jetzt, wo sie älter sind und das sind sie wohl wirklich, dieses Gesetz abgeschafft werden könnte, und die Jungen dann das tun dürften, was sie mit unter vielen Schmerzen sich selbst ein Leben lang versagt haben. Neid ist kein gutes Argument! Die Tatsache, dass gerade die missglückte Beziehung zu einer Freundin oft das ausschlaggebende Argument war, dass ein für Männer der Zölibat bleiben muss, weil sie so eine über alle Kräfte gehende Angst vor Frauen haben oder hätten, als versuchen sie dem Zölibat gegen jede Chance, etwas in der Beziehung zum anderen Geschlecht zu lernen, zu halten. Ein auserwählter Mann würde bei der Abschaffung des Zölibatgesetzes, meint er ein wenig von der obersten Spröße herabsteigen zu müssen. Dieser Gedanke versetzt ihn in Angst. Priestermütter würden es sehr schwer mit unter fallen, auf ihre oft von ihnen emporgehobenen erwählten Söhne etwas verzichten zu müssen. Da nur ein Priestersohn, oft als Ersatz für einen eigenen Mann ihnen ganz allein gehört, könnten sie eine Änderung dieses Gesetztes nicht verkraften. Familien, die ihre Söhne als Garbe in den kirchlichen Dienst geschickt haben, könnten langfristig vielleicht davon überzeugt werden, dass ihr Sohn ja Priester bleibt und sich nur geringfügig etwas ändert, indem er eine Frau auch haben darf. Finanzielle Probleme gäbe es sicher nur bei den Ordenspriester, die in einem Kloster leben, hier wäre zunächst sicher eine Gütertrennung von Mann und Frau schon sinnvoll. Sonst sehe ich kein Problem, denn so wie ein Mann in die Arbeit geht, wie auch eine Frau, könnte er oder auch sie zur Arbeit ins Kloster gehen. Das Festhalten an Erb - und Geldproblemen ist also sicher nur ein Vorwand. Alle, die von einem Priester als Ersatzmann träumen, setzen alles in Bewegung, dass diese Priester nicht heiraten. Nur so, wenn sie sehen, dass er keine andere hat, meinen sie, dass er ihnen allein gehört.
Kann das Zölibat auch ein ökumenisches Hindernis sein.
Das Zölibatsgesetz ist ein kleines der Hindernisse für eine ökumenische Kirchenvereinigung. durch das mit unter harte, diskussionslose Festhalten in der römischen - katholischen Kirche an der Ehelosigkeit ihrer Priester und ihrer Ordensleute, so ist ein Zusammenkommen mit der evangelischen oder mit der angelikanischen Kirche sehr erschwert. Leider! Wäre doch dieses Problem bei etwas guten Willen in kleinen Schritten heute doch lösbar. Fast möchte man aufrufen: Nehmt doch die Sehnsucht nach der Ökumene als ein Vorwand für die Abschaffung des Zölibats, wenn euch jeder andere Grund zu gering erscheint! Stellt eine Kommission ein, die die Frage des Zölibats überdenken sollten und auch aber versuchen! Legalisiert zunächst die Priesterkinder! Wie in der evangelischen oder angelikanischen Kirche, könnte jeder der Weltpriester seine Frau und seine Kinder von seinem Gehalt mitfinanzieren. Es müßte auch für die Orden, ebenso wie er den Unterhalt für jedes Ordensmitglied zahlt, auch ein Entgeld für die Frau und die Kinder des Priesters zahlen können. Würde eine dieser Gemeinschaften für die Kinder nicht wollen, wäre die Gemeinschaft als Orden in der römisch - katholischen Kirche die kinderfeindlichste Institution der Welt. Natürlich bringen familiäre Bindungen auch Spannungen und Konflikte mit, jedoch wären diese natürlichen Kontflikte, keine künstlichen und unnatürlichen wie die, die durch das Zölibatgesetz mit unter entstehen können. Warum regiert diese Oberste - Seite der Kirche immer noch die unklare Gefühlslaune über die vernunft und das Gewissen. Welche Menschen sind bereit zu verstehen und damit auch zu helfen? Welcher Typ von Priester ist das, der sich wohl im Zölibat fühlt, dass er jede Abschaffung der Ehelosigkeit mit allen Mitteln verhindert und sogar die Diskussion darüber als so gefährlich einstuft, das er sie nicht aufkommen lässt?
Die den Zölibat ideal Leben versuchen.
Ich Mann, der Machtmensch, der nur sich selbst kennt, sich selbst erhebt zu Gott, dem höchsten Wesen, und sich so als das gottnageste Wesen betrachtet. Gerde in der oberen Kirchenleitungen finden sich viele Beispiele für diesen Typ. Unterdrückte Ängstliche, fast unmännliche, unscheinbare, zumeist blasse, vielleicht mit niederem Blutdruck, zu feinen Gliedern, schmalen Schultern, verkrampftem Gangwerk, dessen Körper eine körperliche Regung nicht wagen würde. zumeist Typen, die sich an die vorher beschriebenen anhängen, zweite Kräft hinter ihn sind, die mangelnde Männlichkeit durch übergroße Männeranlehunung sublimieren. Polygame, von bewußter männlicher Ausstrahlung, sportlich, braungebrannt, der durch seine Freiheit bezüglich Ehelosigkeit die Entzückung, Verehrung und den Charme von frauen aller Altersgruppen bekommt, der weiß, dass viele Frauen von im träumen, der Partyheld, der Gemeindestar, ein Beispiel: der Held in den Dornenvögel, zu finden auch im mittleren und niedrigeren kirchlichen Bereich. Nur Mamm orientiert, dem gelehrt wurde, das nur der Mann gottähnlich ist, der ganz fest glaubt, dass der Mann höher in der Hierarchie steht, dass er mehr wert ist, wie mit unter als die Frau, zumeist ein Produkt krankhafter Erziehung. Für diese Menschengruppen bedeutet der Zölibat die beste Flucht vor der Welt, aber in der Welt. So brauchen sich diese Männer nicht mit ihren Kontakt - und Liebestrieben auseinanderzusetzen, lieben ist oft nicht nur schön, sondern auch gewaltig schwer mit unter, sie brauchen sich mit keinen Kritiken, Demütigungen, Fragen auseinanderzusetzen. Der krankhafte alleinige Bezug aufs eigene Ich ist legitimiert. Der Ich Mann steigt in die gerade Leiter der Kirchenleitung ein. Er ist keiner in der Arbeitslosigkeit, einer in der Existenzangst, keiner Selbstüberanstrengung unterworfen, er kann, wenn er sich nach oben gut benimmt, ganz weit hinaufklettern. Der Unterdrückte Ängstliche braucht sich nicht mit anderem zu messen, braucht nicht zu unterliegen, er macht durch sein leicht geistlichen Flair seine körperlichen Schwächen wett. Der Polygame findet den Freiraum, den ihm die Ehe nie bieten würde. Keine eifersüchtige Ehefrau wacht daheim über seine Liebeleien, er hat immer Ausgang, überall Zutritt, verwirklich sich in der Liebe zu vielen, Treue kennt er nur theoretisch genießt die bewundernden Blicke von Groupies, frustrierten Frau, pflichtgemäß ihm Zujubelnden. Der Nur Mann orientierte, darf offiziell seine Ablehnung für alles Weibliche leben, er schwebt zwischen Angst und Haß für Frauen. Seine Mutter beansprucht zumeist den ersten Platz in seinem Leben und würde nie auch nur einen Zentimeter für eine andere Frau zurückrücken. Diese Beschreibungen sollen nicht abwerten oder jemand zum Verzweifeln bringen, nur helfen, den eigenen Typ besser erkennen zu lernen. Sie sollen Mut machen, einer Veränderung mit sich selbst zuzustimmen, aus der Rolle herauszukommen, kleinere Fehler zu bekämpfen und vor allem sich helfen zu lassen. Gerade meine Gedanken aus Gesprächen mit Frauen, die mir viel geschildert haben, und auf die eindringlichste Weise, wie sich ihr Partner von dem Leid des Zölibats zu befreien versuchen haben, wie er zu lieben gelernt hat, dadurch Selbstachtung und Mut zum Leben bekommen hat, zärtlich, liebes - und liebesfähig wurde. Diese Männer sind Priester geblieben, viele wirken gerne und glücklich in ihrem Beruf, viele würden den Beruf sofort wieder ausüben, wenn sie dürften, so sind meine Gedanken keineswegs radikal und auch nicht kirchenfeindlich. Nur, diese Priester haben sich dazu bekannt, auch Männer, Väter und Partner zu sein.
Warum nicht eine katholische Priesterehe?
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Aus einem Gespräch mit einer guten Freundin von mir. Die Entscheidung, einen Mann geheiratet zu haben, der laut römisch katholischen Kirchenrecht eigentlich nicht verheiratet sein dürfte, hat mir nie große Gewissensbisse oder Schuldgefühle bereitet. Ja, heute kann ich sogar offen eingestehen, dass es der Zölibat war, der einen gewissen Reiz auf mich ausübte. Ebenso sieht heute mein Mann, dass der Pflichtzölibat für ihn eine Schutz - und Schonfunktion besaß. Die Auseinandersetzung mit den Lebensbereichen Frau und Sexualität, Mutter und Kirche wurde so von ihm vermieden. Beide haben wir in unserer Ehe erfahren, was es bedeutet, nicht losgelassen zu werden von der eigenen Mutter, ebenso wie von der Mutter Kirche. Dabei stellt sich für uns die Frage: " Was ist das für eine Kirche, die ihre Priester eher leiden läßt, als ein unmenschliches Gesetz abzuschaffen? " Ich empfinde es als anmaßend, wenn die katholische Kirche ihren Priester um den Preis der Ehelosigkeit den Lohn des Himmels verspricht. Welch ein Widerspruch, wenn der Papst einerseits die voreheliche sexuelle Liebe und Empfängnisverhütung ablehnt, anderseits viele Priester durch die Zölibatsverpflichtung gerade dazu herausfordert. Ebenso ungläubig ist für mich, wenn die katholische Kirche ständig den Wert von Ehe und Familie betont, ihre eigenen Amtsträger aber per Zölibats Gesetz aus dieser Verantwortung herausnimmt. Ich werde den Eindruck nicht los, dass ein zölibatärer Priester einen höheren Stellenwert in unserer Kirche einnimmt, als zwei Menschen, die ihr Leben miteinander leben wollen. Denn wie könnte es sonst die Kirche hinnehmen, dass ihre Gemeinden priesterlos werden, nur weil ihre Pfarrer heiraten wollen. Wird der katholische Priester etwa weniger wert dadurch, dass er nicht nur seine Gemeinde, sondern auch seine Frau liebt? Wovor hat unserer Kirche Angst? Befürchtet sie Macht und Verfügbarkeit über ihre Priester teilen zu müssen mit deren Ehefrauen? Oder glaubt sie, Frauen könnten dann auch die bestehenden Machtstrukturen innerhalb der Kirche aufweichen? Bei diesen Fragen wird mir wieder deutlich, wie eng das Thema Zölibat und Zulassung der Frau zum Priesteramt zusammengehört. Es scheint, als wäre die Frau in unserer Kirche ein Mensch zweiter Klasse. Haben die Männer dieser römischen Kirche, an ihrer obersten Spitze der Papst, immer noch nicht verstanden und gefühlt, was die Zeichen unserer Zeit sind? Sie sehen und erleben doch den oft lautlosen Auszug der Frauen aus ihren Kirchen und trotzdem! Die Verpflichtung zum zölibatären Leben empfand mein Mann oft als eine künstlich geschaffene Eigenwelt. Er erlebte den Zwiespalt in seiner Arbeit aufzugehen und trotzdem isoliert zu sein, da ja jeder intensive Kontakt zu Menschen ihm als Zölibatsträger gefährlich werden konnte. Dabei spürte er, wie er Mensch insbesondere Frauen gegenüber sein Verhalten so kontrollierte, um nicht in falschen Verdacht zu geraten. Die Abwehr von menschlicher Nähe und Verdrängung von sexuellen Gefühlen kosttete ihn viel psychische Energie. Heute ist es ihm möglich, seine Kontakte zu Menschen auch gefühlsmäßig auszuleben. Ich lernte meinen Mann im Januar 1972 kennen und gemeinsam wechselten wir zwei Monate später Wohnort und Bistum. Wir staunen heute selbst noch über die Schnelligkeit unserer Entscheidung. Für meinen Mann war diese sehr rasche Entscheidung, wie er sich selbst ausdrückt, ein jetzt oder nie. Vielleicht wollten wir auch unbewusst der Gefahr entgegenwirken, unsere Beziehung zu einer geheimen Bindung wachsen zu lassen. Sicher ist jede Ehe, unabhängig davon, wie lange sich die Partner bereites kennen, Wagnis und Risiko. Für uns beide bedeutete die Bereitschaft, es miteinander zu wagen, gemeinsames Glück, aber auch gemeinsames Leid. Wir haben beide gelernt, und wir lernen es täglich neu, miteinander im Gespräch zu sein, das Du zu sehen und Ich zu sein. Wichtig war und ist unsere Ehe die Bereitschaft zur Offenheit, das macht es uns leichter im Umgang miteinander. Wir erfahren dabei immer wieder, wie befreiend es sein kann, sich mit den eigenen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen. Unsere Liebe zueinander ist dadurch gewachsen und reifer geworden. Ich denke, dass unsere Ehe sich von anderen Ehen nicht dadurch unterscheidet, dass mein Mann katholischer Priester ist, sondern weil er, ebenso wie ich, ein Mensch mit einer je eigenen Lebensgeschichte ist. Heute wird unser Zusammenleben auch von unseren Kindern wesentlich mitbestimmt. Besonders durch die Kinder ist uns deutlich geworden, was es konkret heißt, ja zum Leben zu sagen. Das schließt für uns die Verantwortung für die Schöpfung Gottes insgesamt mit ein. Damit meinen wir: hellhörig und sensibel werden, damit wir und unsere Kinder in einer friedlicheren und freundlicheren Welt leben können. Das heißt aber auch, vor der Bedrohung unserer Welt nicht die Augen zu verschließen, sondern dagegen an zu leben. Das Neue Testament in der Gestalt Jesu macht uns Mut dazu. Wir versuchen, unser eigenes Unrecht zu sehen, aber auch die kirchlichen, gesellschaftlichen und politischen Missstände und Ungerechtigkeiten beim Namen zu nennen.
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